Acrylic Pouring ist der neue DIY Trend in der Kreativszene und ich es den Trend für euch ausprobiert. Bilder werden jetzt nicht mehr gemalt sondern einfach über die Leinwand gegossen. Heraus kommen farbenfrohe Kunstwerke bei dem keines dem anderen gleicht.
Der ganze Pouring Vorgang ist mega spannend, denn das Endergebnis ist nur minimal bis gar nicht beeinflußbar. Du musst also kein begnadeter Maler sein, um selbst ein geniales Bild zu kreieren. Genial, oder?
In diesem Beitrag erfährst du Schritt für Schritt wie du mittels Pouring Flip Cup (= umgedrehter Becher) dein eigenes Kunstwerk gestalten kannst. Zusätzlich gibt es ein Video, dass dir die Flip Cup Technik in Anwendung zeigt. Hast du weitere Fragen, zögere nicht und schreib mir einen Kommentar.
Acrylfarbe gießen – so kreierst du Bilder mit der Fliesstechnik
Damit die Acrylfarbe gießfähig ist, wird sie mit einem speziellen Pouring Medium entsprechend verdünnt und dann mit einem Becher auf die Leinwand gekippt. Was du dafür brauchst und wie das genau funktioniert, erfährst du jetzt.
Acrylfarbe gießen – Das Material brauchst du für Acrylic Pouring:
- Acrylfarbe*
- für dieses Bild habe ich Tagesleuchtfarben von Lukas verwendet:
TL Signalrot*, TL Zitronengelb*, TL Blau*, TL Grün, TL Magenta* - Pouring Medium* oder Floetrol*
- Silikonöl* oder Silikonspray*, alternativ Haaröl mit Silikon
- Becher* zum Farbe anrühren, diese Mehrwegbecher lassen sich mehrfach verwenden
- Einweghandschuhe*
- Holzstäbchen*, Eis-Stäbchen tun es auch
- Keilrahmen*, für den Anfang ist eine 20×20 cm Leinwand* optimal
- für dieses Bild habe ich eine runde ø 30 cm Leinwand* verwendet
- Abstandshalter für Leinwand, Pinnwand-Nadeln*
- Malerfolie sowie Zeitungen und Pappe
- kleiner Gasbrenner* (Küchenbrenner oder Flambierbrenner) + Butan Gas
Acrylfarbe gießen – der Acrylic Pouring Flip Cup
Bei der Fließtechnik Acrylic Pouring gibt es verschiedene Techniken, die Farbe auf die Leinwand zu bekommen. Eine einfache und beliebte Technik ist der Flip Cup, was nichts anderes als ein umgedrehter Becher ist. Die Farben werden nacheinander in einen Becher gefüllt. Dieser wird dann kopfüber auf die Leinwand gestülpt und hochgeflippt, so dass die Farbe daraus auf die Leinwand laufen kann.
Tipp: Unter den einzelnen Steps findest du ein Video zum Flip Cup.

Acrylfarbe gießen – so funktioniert die Flip Cup Technik beim Acrylic Pouring
So sieht mein Arbeitsplatz beim Acrylgießen aus. Ich habe eine MDF Platte mit Malerfolie verkleidet. Die Folie bleibt drauf und wird immer wieder verwendet. Bis nix mehr geht.
Auf der MDF Platte liegt ein alter Deckel und etwas Pappe, der die überschüssige Acrylfarbe auffängt. Die Pappe kann ich dann mit den Großteil der überschüssigen Farbe entsorgen.
Über dem Deckel liegen zwei Holzleisten als Abstandshalter. Zusätzlich verwende ich Pinnwand-Nadeln als Abstandhalter, da die Holzleisten sonst mit der Acrylfarbe an der Leinwand festkleben.
Farben, Pouring Medium, Mehrwegbecher, Holzstäbchen, Silikon und ein alter Lappen liegen bereit. Dahinter ist die Kamera aufgebaut, damit du genau diesen Flip Cup auch als Video ansehen kannst.
Die Pinnwand-Nadeln mit einem Hammer auf der Rückseite in die Leinwand schlagen. Vier Pinnwand-Nadeln reichen aus. Ich platziere die Nadeln so, dass ich die Leinwand zusätzlich auf meine Holzleisten stellen kann.
Leinwand mit einer Wasserwaage ausrichten. Nichts ist schlimmer als Schlagseite an der die Farbe dann unkontrolliert von der Leinwand läuft.
Farbe anrühren und mischen
Je nach Größe der Leinwand brauchst du eine gewisse Menge an verdünnter Acrylfarbe (verdünnt = mit Pouring Medium angemischte Acrylfarbe). Für die rund ø 30 cm Leinwand habe ich einen 300 ml Becher verschiedener Farben verwendet.
Acrylgießen: Farbe mischen
Gib etwas Acrylfarbe in den Becher und etwa 2-4 mal so viel Pouring Medium dazu. Eine festes Mengenverhältnis lässt sich schwer sagen, da es davon abhängt wie pastös oder flüssig die verwendete Acrylfarbe ist. Ebenso sind die Pouring Medium unterschiedlich dünnflüssig.
Beginne zunächst mit etwa 1:1 Farbe zu Medium und rühre das Medium mit dem Holzstäbchen gründlich unter die Farbe. Passe die fließfähige Konsistenz nach und nach mit etwas mehr Pouring Medium an.
Die Farbe sollte wie Honig vom Spatel fließen – nicht zu dünn und nicht zu dick. Mit etwas Übung wirst du den Dreh bald raus haben.
Persönlich verwende ich kein Wasser in der angemischten Farbe. Ich habe das ausprobiert, doch Wasser macht die Farbe zu dünnflüssig und damit auf der Leinwand unkontrollierbar.
Mische alle Farben nach diesem Prinzip an. Wähle zwei bis drei Farben aus und gib etwas Silikon hinzu. Das Silikon sorgt für die hübschen runden Zellen, die die farbenfrohen Bilder noch interessanter machen.
In jeden Becher der ausgewählten Farben kommen 3-4 Tropfen Silikon oder Sprüher, wenn du Silikonspray verwendest. Das Silikon wird nur vorsichtig untergehoben. Nicht zu kräftig rühren, sonst bilden sich nur Minizellen. Du wirst einen öligen Streifen in der Farbe sehen, das ist ganz normal.
Acrylic Pouring – die Flip Cup Technik für Anfänger
Aus den angerührten Farben machen wir ein Acrylic Pouring mit der Flip Cup Technik – dem umgedrehten Becher.
Beginne einen ausreichend großen Becher mit Farbe zu füllen. Arbeite dabei mit Kontrasten!
Schichte die Farben kontrastreich – helle Farbe, dunkle Farbe, helle Farbe, dunkle Farbe usw. – in den Becher.
Lass die Farben mit etwas Abstand vom Rand oben hereinlaufen oder über den Rand des Bechers nach unten laufen, sonst vermischt sich die Farbe im Becher schon zu stark (was dann mehr in Richtung Dirty Pour geht).
Hab auch die Farblehre im Kopf. Rot und Weiß ergeben Rosa. Gelb und Blau aufeinander ergeben schnell ein Grün. Rot und Grün werden zu einem unansehnlichen, matschigen Braun. Ja, beim Farbe in den Becher schichten gibt es einiges zu beachten, um ein schönes, ansehnliches Ergebnis zu bekommen.
Je mehr Farben du verwendest, desto bunter wird dein Bild.
So sieht mein mit Farbe gefüllter Becher aus (Bild oben). Lass den Becher etwas stehen. Die Farbe beginnt schon im Becher zu interagieren und kleine Luftbläschen steigen nach oben. Nach wenigen Minuten hat sich das Bild im Becher von ganz allein etwas verändert. Das ist okay so!
Becher auf die Leinwand flippen:
Zuerst aber Handschuhe anziehen oder du nimmst schmierige Finger in Kauf (ich verzichte oft der Umwelt zu liebe auf Einweghandschuhe).
Becher in die eine Hand nehmen und Leinwand in die andere Hand. Leg die Leinwand verkehrt herum auf den Becher. Halte beides fest zusammen und drehe den Becher auf die Leinwand. Stell die Leinwand sicher ab und lass den Becher einige Sekunden auf Kopf ruhen. So kann die Farbe im Inneren des Bechers nach unten auf die Leinwand laufen.
Becher von der Leinwand flippen:
Schieb den Becher ein Stück weg von der Mitte und ziehe ihn zügig über die Leinwand hinweg ab. Durch die zügige Bewegung fließt die ganze Farbe etwa mittig über der Leinwand aus dem Becher. Schau dir das Video unten an, dort zeige ich dir den Acrylic Flip Cup ganz genau.
Lass etwas seitlich auf der Leinwand die Farbreste aus dem Becher laufen. Achte dabei drauf, nicht mit Tropfen vom Becher über den hübschen Farbklecks zu kleckern.
Die Farbe auf der Leinwand kurz ruhen lassen. Meist ploppen schon erste Zellen von alleine auf, wie du auf dem Bild gut sehen kannst. Der leere Becher sieht dann so aus.
Durch Erhitzen der Farbe ploppen die Zellen auf. Entzünde den Gasbrenner und geh vorsichtig mit der Flamme über die Farbe. Es ist ein schöner Anblick, wenn tausende kleine Zellen hervortreten. Zugleich sorgt die Hitze dafür, dass die Luftbläschen platzen.
Nun muss die Farbe über die ganze Leinwand verteilt werden. Kippe dazu vorsichtig die Leinwand in die Richtung wo die Farbe hinlaufen soll. Beachte: Je mehr du kippst, desto mehr ziehen sich die Zellen in die Länge und lösen sich auf, so dass eine Art Marmorierung entsteht.
Die Leinwand sollte rundherum über den kompletten Rand mit Farbe bedeckt sein – also auch in jeder Ecke und Rundung. Du kannst runtergeflossene Farbe mit dem Finger oder einem Malmesser* aufnehmen und am Rand des Bildes verteilen.
Zum Schluss kannst du das Bild noch einmal erhitzen, um letzte Zellen nach oben zu befördern und Luftbläschen zu lösen. Lass dein Bild so an einem vor Zugluft und direkter Sonne geschützten Ort trocknen. Die an den Rändern entstehenden Farbnasen kannst du gelegentlich mit einem Holzspatel abstreifen.
Es dauert etwa 1-3 Tage bis dein Bild komplett trocken ist. Bei einer größeren Leinwand sogar noch länger. Um das Bild und die Farbe zu schützen, kannst du das Acrylbild mit einem Firnis versiegeln. Ich verwende gerne Hochglanz Varnish* der bringt die Farben gleich nochmal mehr zum Leuchten.
Der Varnish ist sehr flüssig und wird großzügig mit einem breiten Pinsel über das trockene!!! Bild verteilt. Manchmal sind zwei – drei Schichten Varnish nötig, bis eine einheitliche Oberfläche entsteht.
Beachte: VOR dem Varnish müssen die Reste vom Silikon entfernt werden!
So sieht mein fertiges Bild aus. Die Tagesleuchtfarben lassen sich wirklich schwer auf dem Bild wiedergeben. Tagesleuchtfarben knallen bei Tageslicht (wie der Name schon sagt) und sehen fantastisch aus, bei wenig Licht wirkt das Bild dunkel und fast schon matschig.
Wie du siehst, hat sich das Bild auch beim Trocknen noch etwas verändert. Die Farben haben sich teilweise vermischt und die Zellen sind auch nicht alle so stehen geblieben. Ohne das ich das Bild bewegt habe.
Acrylfarbe gießen Video – Fließtechnik lernen für Anfänger
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Acrylfarbe gießen – Mehr zur Fließtechnik Acrylic Pouring
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Buch Empfehlung zum Acrylic Pouring
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Wow, da hast du dir aber richtig viel Arbeit mit der Beschreibung gemacht. ich wünschte, ich hätte die Zeit dazu. Ich habe mir das auch immer vorgenommen, aber bisher hat es nicht gereicht. Weiter so, das gefällt mir super!
Vielen Dank, liebe Tanja :)
Wirklich sehr gut erklärt. So versteht es jeder! Toll! Danke!
Liebe Christina,
beim ersten scrollen Deiner Website habe ich sofort das Gefühl bei Dir wichtige und nötige Informationen gut strukturiert zu erhalten. Das schaffen nicht viele mit Ihrer Website und ich habe mir schon einige Websites zum Thema Acryl-Pouring angeschaut.
Vielen Dank dafür
und liebe Grüße
Sabine
Vielen lieben Dank für dein schönes Feedback, liebe Sabine. Ich freue mich sehr, wenn der Post weiter hilft.
Liebe Grüße
Christina
Hallo.
Deine Erklärung ist wirklich super.
Aber eine Frage habe ich noch. Wozu genau dient das silikon? Also was wäre anders, wenn man es weg ließe?
Lg
Caroline
Hallo Caroline,
das Silikon bildet die wunderschönen Farbzellen.
Viele Grüße
Christina