Das 1. Kölner Oktoberfest 2013 – von Dirndln, Lederhosn und feschn Wadln

Sep 23, 2013 | Allgemein | 4 Kommentare

Wer schreibt hier: Christina Nagel-Gasch | 41 Jahre | Diplom Kauffrau | Mutter einer 11-Jährigen Tochter | gern auf Reisen | liebe die Fotografie | süchtig nach Törtchen & Schokolade

Mehr erfahren!

O’zapft is! Nicht nur in München eröffnete vergangenes Wochenende das Oktoberfest, sondern auch in Köln.

Das 1. Kölner Oktoberfest findet nun schon zum 9. mal statt und hat sich bei den Kölnern bereits etabliert. Es wird auch immer das 1. Kölner Oktoberfest bleiben, weil es das erste große und bedeutende Oktoberfest in Köln war und ist.

Zwar kommt das Kölner Oktoberfest mit einem einzigen Zelt nicht an die gut 30 Zelte auf der Theresienwiese in München heran, aber für mich war es höchste Zeit mein echt Münchner Dirndl endlich mal auszuführen.

11:30 Uhr beginnen die heimischen Vorbereitungen. Meine liebe Nachbarin kommt vorbei um meine kurzen Haare in eine angemessene Trachten-Flechtfrisur zu verwandeln. Jetzt bin ich doch froh nicht wie in München schon 6 Uhr am Zelt anstehen zu müssen und kann mich in aller Ruhe dem passenden Make-up und dem bezwängen des Dirndl widmen. Da ich zuhause keinen Tannebaumtrichter habe, dauert es einige Zeit bis alles ins Dirndl gepresst ist und am rechten Fleck sitzt.

Aufgebrezelt wie ein Pfau stolziere ich zur S-Bahn und ziehe alle Blicke auf mich, als ob ich aus einer Anstalt geflohen wäre. An der S-Bahn Lövenich treffe ich aber auch schon auf die erste Gruppe Madl’s, die unübersehbar dasselbe Ziel haben und sich mit ein paar Kurzen schon darauf einstimmen.

Das Kölner Oktoberfest

16:00 Uhr am Südstadion: von der Haltestelle aus lässt sich das Festzelt schnell finden – einfach der Masse hinterher. Vorbei an der Blaskapelle mit fröhlichem Rumtata schlängel ich mich ins Festzelt und suche unseren Tisch. Noch ist das Festzelt nicht wirklich voll, Tisch 179 ist recht schnell zu finden. Noch während ich die Lage inspiziere kommt ‚Sepp‘ vorbei und fragt nach einem Getränk. Klasse, der Service funktioniert schon mal. Eine halbe Stunde noch bis es heißt: O’zapft is.

Das Kölner Oktoberfest - das Festzelt am Südstadion Das Kölner Oktoberfest - das seelische Wohl

Langsam füllt sich das Festzelt und zwischen all dem rot-weiß und blau-weiß karierten Hemden verliere ich leicht den Überblick. Das Pflichtbewusstsein zur Tracht hat auch die Kölner eingenommen und bis auf wenige Ausnahmen ist das ganze Zelt traditionell gekleidet. Fesche Wadln weit und breit. Auf näheren Blick entpuppt sich die ein oder andere Tracht leider als billige Karnevals Fälschung. Ein No-Go, finde ich! Besonders auffällig sind hier die Dirndl im Karnevals-Einheitslook und ohne Liebe zum Detail. Schade schade, da es doch so wunderschöne Dirndl gibt und ich allein deswegen manchmal gern in Bayern wohnen würde.

Das Kölner Oktoberfest - fesche Wadln

Angepasst an die Wies’n gibt es das 0,3 Mini-Kölsch-Maß, was auch entsprechend schnell wieder leer ist. ‚Sepp‘ ist schnell und bringt uns zügig ein Kölsch nach dem anderen. Für das seelische Wohl in Form von zwei Kölsch werde ich 5,80 € los. Auch das leibliche Wohl kommt nicht zu kurz, konnte mich aber nicht wirklich überzeugen. Die Frikadelle mit Senf und Brötchen entlockt mir 3,00 € und für ein halbes Röggelchen mit frischem Mett sind ebenfalls satte 3,00 € zu berappen. Eindeutig zu viel für ein halbes Röggelchen. Hier hat man sich wohl zu sehr an den Münchner Preisen orientiert. Die ofenfrische Brezel für 3,00 € hingegen war in meinem Fall wirklich noch warm und schmeckte sogar recht gut.

Das Kölner Oktoberfest - dabei sein ist alles

16:30 Uhr: O’zapt is. Die dazugehörige Rede in einer lustigen Mischung aus Kölschem Dialekt mit Bayrischer Mundart bringt mich zum schmunzeln. Jetzt geht die Party los. Es treten die Original Limbachtaler auf, gefolgt von Norman Langen, Björn Hauser und Olaf Hennig. Erster richtig guter Showakt ist Mickie Krause. Beim Partymacher gibt es keinen großen Unterschied zwischen Köln und Malle. Diana Sorbello muss man nicht kennen, dafür sollte sich aber jeder den Namen Big Maggas merken! Big Maggas – die härteste und schönste Boygroup der Welt. Und einfach geil! Schon allein deswegen lohnt es sich das 1. Kölner Oktoberfest zu besuchen.

Zum Abschluss noch zwei persönliche Tipps:

1. Pack eine Mülltüte ein. In der kannst du deine Jacke unter dem Tisch sauber verstauen. Das Gelenk am Biertisch eignet sich hervorragend für Jacken.

2. Die Pipi-Tagesflatrate (ja, die gibt es da wirklich) sollte wohl überlegt werden. Für stolze 4,00 € Flatgebühr musst du ganze 8x pinkeln gehen. Das macht dann 1x pro Stunde, wenn du von 15:00 bis 23:00 Uhr da bist. Außerdem ist das Uringelbe-Pipi-Flat-Bändchen nicht wirklich kleidsam und eher peinlich anzusehen. Also, nachdenken. Flat muss nicht immer billig sein ;-)

Das Kölner Oktoberfest - Pipi Tagesflatrate

Warst du schon mal auf dem Kölner Oktoberfest?