Weiterführende Gedanken zu „Hürden der Reiseblog-Professionalisierung in Deutschland“ von NIEDblog

Aug 1, 2012 | Allgemein | 12 Kommentare

Wer schreibt hier: Christina Nagel-Gasch | 41 Jahre | Diplom Kauffrau | Mutter einer 11-Jährigen Tochter | gern auf Reisen | liebe die Fotografie | süchtig nach Törtchen & Schokolade

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Alexander Mirschel vom NIEDblog hat sich in einem ausführlichen Artikel der Thematik gewidmet, ob es nun an der Zeit ist das Reiseblogs professionalisiert werden / können / sollen. In diesem Artikel steckt nicht nur viel Arbeit, sondern auch viel wissenswertes, was es auch jenseits der Reiseblogs zu beachten gilt.

Deshalb möchte ich diesem Artikel einen eigenen Beitrag widmen und meine weiterführenden Gedanken dazu äußern.

Professioneller oder privater Reiseblog

Reiseblogger finden zunehmend Beachtung und deren Berichte werden von Hotelketten und Urlaubsregionen gern zu Werbezwecken angenommen. Was mag der Grund dafür sein?

ICH mutmaße mal wie folgt: Reisebewertungsprotale gibt es viele und die Bewertungssysteme kennt jeder. Leider werden diese Portale aber oft genug Missbraucht um mit gefakten Bewertungen ein, sagen wir mal, nicht so tolles Hotel in den Himmel zu loben.

Dies soll keine üble Nachrede auf die Bewertungsportale sein, denn sie haben sehr wohl Vorteile und ihre gute Berechtigung, aber irgendwie haben die Berichte dort für mich sehr oft einen üblen Beigeschmack. Lese ich hingegen einen Bericht in einem nichtprofessionellen Reiseblog, dann sind die Berichte A) wesentlich ausführlicher, B) deutlich authentischer und C) mit belegenden Fotos aus der Region untermalt.

Am Bahnhof

Ich schreibe hier bewusst nichtprofessioneller Blog, denn ICH bevorzuge ein (meist etwas kleineres) privates Blog mit der klaren Meinung des Blogger deutlich vor Berichten in großen Magazinen – egal ob Print oder Online. Hierbei ist es egal ob es sich um das Thema Reisen, Fotografie oder alltägliches dreht.

Blogger haben eine Affinität zum Schreiben und etwas von sich preiszugeben. Doch nur mit Herzblut wird aus einem Tagebucheintrag ein wirklich mitreisender und lesenswerter Artikel. Ob der Blogger dabei nun mit Affiliate eine Handvoll Geld verdient und gerade mal die entstehenden Kosten deckt oder ob das Blog im Laufe der Zeit wächst, professionell wird und irgendwann den kompletten Lebensunterhalt sichert – das ist für mich völlig unerheblich, solange ich mich als Leser wohl auf diesem Blog fühle.

Ich selbst habe keinen Reiseblog, lese aber bei sehr vielen fleißig mit und versuche auch selbst einen Fuß in das Türchen zu bekommen (was sich zugegeben als schwierig erweist, aber nicht anders zu erwarten war).

Beim Lesen so mancher Reiseberichte hatte ich direkt Lust alle meine sieben Sachen zu packen und loszudüsen. Eine kurz-mal-weg-Auszeit während des Lesens. Und ich glaube genau das ist es was die Hotelketten, Städte und Urlaubsregionen an Aufmerksamkeit und Marketing erreichen wollen. Die Individualität in den verschiedenen Blogger Berichten, authentische Erzählungen, mitreisende Erlebnisse und spannende Abenteuer.

Nun mag man mir wiedersprechen und sagen, dass es doch auch schöngeschriebene Reiseberichte in Blogs geben kann. Das sich der Blogger nicht traut die negativen Erfahrungen nieder zu schreiben, weil doch die Reise gesponsert wurde. Aber ich denke das man Schönschreiberei aus einem Bericht herauslesen kann – und so dauerhaft keine Kooperationen zustande kommen. Wirklich enthusiastische Freude liest sich einfach anders. Deshalb ist es auch so wichtig als Blogger wirklich vor Ort gewesen zu sein. Wirklich etwas besonderes erlebt zu haben. In die Stadt, das Hotel und das Leben dort einzutauchen. All das bietet tausendfachen Mehrwert als eine reine Presseinformation.

Auf und davon ...

Bedeutende Punkte – nicht nur für Reiseblogger!

Alex spricht dazu einen sehr wichtigen Punkt an: bleibe Transparent und Authentisch – und das nicht nur deinen Lesern gegenüber. Artikel mit gesponserten Produkten/Reisen sollten unbedingt gekennzeichnet werden. Dies habe ich auch erst kürzlich für mich erkannt und eingeführt. Vorher habe ich mir schlichtweg keine Gedanken darüber gemacht.

Bezahlte Links? Hmm, schwierige Sache. Wenn ich einen bezahlten Beitrag angeboten bekomme, prüfe ich zuerst einmal ob das Thema für mich und meine Leser interessant ist. So habe ich vor ein paar Wochen eine Beitrag über einen online Handel geschrieben, den ich so aber auch schon mal ausprobieren wollte. Da kam mir das Angebot gerade Recht. Ich hatte vollkommene Freiheit den Shop im Rahmen eines Budgets zu testen und anschliessend einen ehrlichen Bericht zu verfassen. Der Beitrag spiegelt meine ehrliche Meinung wieder und ich habe diesen Artikel entsprechend als Sponsored Post gekennzeichnet. Hier stehe ich dahinter und habe kein Problem damit. Womit ich aber ein Problem habe sind diese Linktausch Anfragen. Sowas geht ja mal gar nicht! Liebe Bloggerneulinge, lasst die Finger davon! Lest dazu auch nochmal den Artikel von Alexander.

Eines habe ich jedenfalls gelernt, ein Mediakit gehört offenbar zu jeden guten Blog dazu. Merke: ich muss mir nun auch ein Mediakit erstellen.

Sehr viele Punkte die Alex Mirschel anspricht sind auch allgemeingültig für alle anderen Blog jenseits der großen weiten Welt. Deshalb war es mir ein Anliegen zu diesem Beitrag mehr als nur einen Kommentar zu schreiben.

Soviel dazu. Just My 2 Cents!