Weiterführende Gedanken zu “Hürden der Reiseblog-Professionalisierung in Deutschland” von NIEDblog

Auf und davon ...

Alexander Mirschel vom NIEDblog hat sich in einem ausführlichen Artikel der Thematik gewidmet, ob es nun an der Zeit ist das Reiseblogs professionalisiert werden / können / sollen. In diesem Artikel steckt nicht nur viel Arbeit, sondern auch viel wissenswertes, was es auch jenseits der Reiseblogs zu beachten gilt.

Deshalb möchte ich diesem Artikel einen eigenen Beitrag widmen und meine weiterführenden Gedanken dazu äußern.

Professioneller oder privater Reiseblog

Reiseblogger finden zunehmend Beachtung und deren Berichte werden von Hotelketten und Urlaubsregionen gern zu Werbezwecken angenommen. Was mag der Grund dafür sein?

ICH mutmaße mal wie folgt: Reisebewertungsprotale gibt es viele und die Bewertungssysteme kennt jeder. Leider werden diese Portale aber oft genug Missbraucht um mit gefakten Bewertungen ein, sagen wir mal, nicht so tolles Hotel in den Himmel zu loben.

Dies soll keine üble Nachrede auf die Bewertungsportale sein, denn sie haben sehr wohl Vorteile und ihre gute Berechtigung, aber irgendwie haben die Berichte dort für mich sehr oft einen üblen Beigeschmack. Lese ich hingegen einen Bericht in einem nichtprofessionellen Reiseblog, dann sind die Berichte A) wesentlich ausführlicher, B) deutlich authentischer und C) mit belegenden Fotos aus der Region untermalt.

Am Bahnhof

Ich schreibe hier bewusst nichtprofessioneller Blog, denn ICH bevorzuge ein (meist etwas kleineres) privates Blog mit der klaren Meinung des Blogger deutlich vor Berichten in großen Magazinen – egal ob Print oder Online. Hierbei ist es egal ob es sich um das Thema Reisen, Fotografie oder alltägliches dreht.

Blogger haben eine Affinität zum Schreiben und etwas von sich preiszugeben. Doch nur mit Herzblut wird aus einem Tagebucheintrag ein wirklich mitreisender und lesenswerter Artikel. Ob der Blogger dabei nun mit Affiliate eine Handvoll Geld verdient und gerade mal die entstehenden Kosten deckt oder ob das Blog im Laufe der Zeit wächst, professionell wird und irgendwann den kompletten Lebensunterhalt sichert – das ist für mich völlig unerheblich, solange ich mich als Leser wohl auf diesem Blog fühle.

Ich selbst habe keinen Reiseblog, lese aber bei sehr vielen fleißig mit und versuche auch selbst einen Fuß in das Türchen zu bekommen (was sich zugegeben als schwierig erweist, aber nicht anders zu erwarten war).

Beim Lesen so mancher Reiseberichte hatte ich direkt Lust alle meine sieben Sachen zu packen und loszudüsen. Eine kurz-mal-weg-Auszeit während des Lesens. Und ich glaube genau das ist es was die Hotelketten, Städte und Urlaubsregionen an Aufmerksamkeit und Marketing erreichen wollen. Die Individualität in den verschiedenen Blogger Berichten, authentische Erzählungen, mitreisende Erlebnisse und spannende Abenteuer.

Nun mag man mir wiedersprechen und sagen, dass es doch auch schöngeschriebene Reiseberichte in Blogs geben kann. Das sich der Blogger nicht traut die negativen Erfahrungen nieder zu schreiben, weil doch die Reise gesponsert wurde. Aber ich denke das man Schönschreiberei aus einem Bericht herauslesen kann – und so dauerhaft keine Kooperationen zustande kommen. Wirklich enthusiastische Freude liest sich einfach anders. Deshalb ist es auch so wichtig als Blogger wirklich vor Ort gewesen zu sein. Wirklich etwas besonderes erlebt zu haben. In die Stadt, das Hotel und das Leben dort einzutauchen. All das bietet tausendfachen Mehrwert als eine reine Presseinformation.

Auf und davon ...

Bedeutende Punkte – nicht nur für Reiseblogger!

Alex spricht dazu einen sehr wichtigen Punkt an: bleibe Transparent und Authentisch – und das nicht nur deinen Lesern gegenüber. Artikel mit gesponserten Produkten/Reisen sollten unbedingt gekennzeichnet werden. Dies habe ich auch erst kürzlich für mich erkannt und eingeführt. Vorher habe ich mir schlichtweg keine Gedanken darüber gemacht.

Bezahlte Links? Hmm, schwierige Sache. Wenn ich einen bezahlten Beitrag angeboten bekomme, prüfe ich zuerst einmal ob das Thema für mich und meine Leser interessant ist. So habe ich vor ein paar Wochen eine Beitrag über einen online Handel geschrieben, den ich so aber auch schon mal ausprobieren wollte. Da kam mir das Angebot gerade Recht. Ich hatte vollkommene Freiheit den Shop im Rahmen eines Budgets zu testen und anschliessend einen ehrlichen Bericht zu verfassen. Der Beitrag spiegelt meine ehrliche Meinung wieder und ich habe diesen Artikel entsprechend als Sponsored Post gekennzeichnet. Hier stehe ich dahinter und habe kein Problem damit. Womit ich aber ein Problem habe sind diese Linktausch Anfragen. Sowas geht ja mal gar nicht! Liebe Bloggerneulinge, lasst die Finger davon! Lest dazu auch nochmal den Artikel von Alexander.

Eines habe ich jedenfalls gelernt, ein Mediakit gehört offenbar zu jeden guten Blog dazu. Merke: ich muss mir nun auch ein Mediakit erstellen.

Sehr viele Punkte die Alex Mirschel anspricht sind auch allgemeingültig für alle anderen Blog jenseits der großen weiten Welt. Deshalb war es mir ein Anliegen zu diesem Beitrag mehr als nur einen Kommentar zu schreiben.

Soviel dazu. Just My 2 Cents!

Veröffentlicht von

www.mrsberry.de

Hallo, ich bin Christina! Bloggende Mama, Reisesüchtig und Fotojunkie. Begleite mich und meine Familie auf unseren Reisen quer durch Europa und die Welt. Ich hoffe mein Artikel hat dir gefallen und freue mich über dein Feedback.

12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich finde es immer schön zu sehen, wie ein Blogbeitrag von jemandem weitere Beiträge von anderen nach sich zieht. Schöne Weiterführung!
    Und ganz viel Daumen drücken für das “Fuß in die Tür bekommen”!

    • Die liebe Simone habe ich erstmal aus dem Spam gefischt :)
      Dein Link zu Heike aka Köln-Format geht vollkommen in Ordnung. Ich lese selber sehr gern bei Heike die Berichte und lasse mich da Inspirieren.
      VG Christina

  2. Danke fürs erwähnen, ihr Lieben! :-)
    Einen Fuss reinbekommen ist sicher nicht ganz einfach. Und wenn es dann gut läuft ist man frustriert weil man die unglaublichsten Dinge nicht wahrnehmen kann. Ich habe vorhin eine Kandareise absagen müssen während der mit Cowboys geritten, mit einem Heli zum Yoga geflogen und mit einem Kanu gepaddelt worden wäre. :-(
    Aber ja, ich kann es mir auf Dauer nicht leisten, so oft von zu Hause fort zu sein, bzw. in dieser Zeit zusätzlich NICHT arbeiten zu können. Wenn ich für dieses Dilemma keine Lösung finde weiß ich auch nicht wie lange ich noch ‘reiseblogge’.

    Wenn ich was höre, dir helfen kann, melde ich mich liebe Tina…

    Liebe Grüße,
    Heike

    • Hallo Heike! Ich kann es gut nachvollziehen wie frustrierend es ist so tolle Reise absagen zu müssen – aber ich verstehe auch deine Beweggründe. Es würde mir ja nicht anders gehen. Neben einem (in meinem Fall recht unflexiblen) Vollzeitjob und Familie mit kleinem Kind, kann man wirklich nicht jedes Wochenende / jede Woche verreisen.
      Gerade erst ging es mir mit einem Blogger Termin ähnlich. Wenn was kommt, dann aber auch alles auf genau ein Wochenende.

      Ich hoffe doch du findest für dich bald eine geeignete Lösung alles gut zu vereinbaren. Vielleicht doch professioneller Vollzeit Reiseblogger :)

      Und danke für deine Unterstützung. Ich habe mich schon umgehört, aber etwas Hilfe kann sicherlich nicht schaden.

      Liebe Grüße
      Christina

  3. Ein schöner Bericht. Ich war am Wochenende auf einem Bloggertreffen und es gibt nur ganz wenige Blogger, die nicht irgendwann auf “Sponsored Posts” eingehen. Und ein Blogpost, der dannach dennoch autentisch ist und dem Gegenüber auch beweisst, das man sich mit dem Thema, Vorteilen und Nachteilen beschäftigt hat wird auch gelesen. Ich liebe Reiseberichte, weil mich ebenso wie dich dann das Fernweh packt. Unterstützte Reisen habe ich so gut wie gar nicht, aber dank zahlreicher Angebote… http://www.blo-g.info/2012/01/urlaubs-schnappchen.html (hoff das ist okay das ich diesen Link hier poste) komm ich auch so recht günstig in den Urlaub. Ich bin berufstätig und habe so auch max. 25 Tage (Familienbesuche abgezogen) sowie Wochenenden. Mehrere Wochen auf einer Bloggereise währen für mich echt schwer… Aber mal fänd ich das auch interessant, wenn ich so sehe, was die bekannten Reiseblogger in Deutschland so alles erleben…

  4. Liebe Tina, jetzt habe ich es doch tatsächlich versäumt gehabt, hier auch nochmal meinen Senf dazuzugeben :) Das hole ich hiermit nach, denn viele deiner weiterführenden Gedanken sind zutreffend und für andere (v.a. Neu-)Blogger wichtig.

    Deine Nachfrage zum Thema “geldwerter Vorteil” habe ich in den Kommentaren unter meinem Artikel auch nochmal kurz aufgegriffen und beantwortet.

    Sonnige Grüße aus Hessen
    Alex

    • Hi Alex,

      danke für dein Feedback – besser spät als nie ;-) also kein Problem.
      Deine Rückinfo zum Thema “geldwerter Vorteil” habe ich gleich nachgelesen und beantwortet bei dir.

      LG
      Christina

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